Seit August 2025 gelten 15 % Strafzölle auf europäische Waren, die in die USA exportiert werden. Das klingt erstmal nach einem Problem für amerikanische Verbraucher. Ist es auch. Aber die Auswirkungen hören nicht an der US-Grenze auf. Sie landen direkt in deinem Kleiderschrank – und auf deinem Kassenbon.
Denn deutsche Modemarken reagieren nicht nur mit Preiserhöhungen in den USA. Sie erhöhen die Preise weltweit.
Was genau passiert ist
Am 2. April 2025 verkündete die Trump-Regierung pauschale Strafzölle auf Importe aus der EU – zunächst 20 %, dann vorübergehend auf 10 % gesenkt. Nach monatelangem Verhandeln einigten sich die USA und die EU im Juli 2025 auf eine Obergrenze von 15 % auf die meisten EU-Exporte.
15 % klingt überschaubar. Ist es aber nicht. Denn bei Mode kommen die neuen Zölle auf die bestehenden US-Importabgaben oben drauf. Schuhe, Jacken, Textilien hatten in den USA schon vorher Einfuhrzölle von 10 bis 32 %. Das Ergebnis: Eine effektive Zollbelastung von rund 36 % auf europäische Mode. Das ist fast das Dreifache des historischen Durchschnitts.
Warum das auch deutsche Preise betrifft
Man könnte denken: Das betrifft doch nur den US-Markt. Stimmt nicht. Die großen deutschen Marken haben längst angekündigt, die gestiegenen Kosten global weiterzugeben:
- Hugo Boss erhöht die Preise für die Frühjahrskollektion 2026 weltweit um niedrige bis mittlere einstellige Prozentzahlen. Rund die Hälfte der in den USA verkauften Produkte wird in Europa gefertigt – die Zollkosten treffen die Marge direkt.
- Adidas rechnet mit 200 Millionen Euro zusätzlicher Zollkosten allein im zweiten Halbjahr 2025. Die Aktie verlor über 7 % an einem Tag nach dieser Ankündigung.
- Puma hat 170 Millionen Dollar in neue Logistik investiert, um die Zollbelastung abzufedern. Gleichzeitig läuft ein Stellenabbau.
- Birkenstock erwartet für 2026 einen spürbaren Margenrückgang – trotz moderater Preiserhöhungen. Die USA machen bis zu 47 % des Umsatzes aus.
Die Logik dahinter ist simpel: Wenn eine Marke in ihrem größten Markt plötzlich 36 % Zoll zahlt, muss das Geld irgendwo herkommen. Und es kommt von überall – auch aus Deutschland.
Der perfekte Sturm für Modekäufer
Trumps Zölle treffen die deutsche Modebranche nicht in einem Moment der Stärke. Im Gegenteil:
- 5.000 Modegeschäfte haben in Deutschland in den letzten fünf Jahren geschlossen.
- 45 % der Verbraucher wollen laut IFH Köln weniger für Mode ausgeben.
- Die Sparquote deutscher Haushalte ist auf den höchsten Stand seit 17 Jahren gestiegen.
- Gerry Weber, Görtz, Closed – die Insolvenzwelle im Modehandel reißt nicht ab.
Gleichzeitig wird auch die Billigkonkurrenz teurer: Ab Juli 2026 fällt die EU-Zollfreigrenze für Pakete unter 150 Euro. Jedes Shein- und Temu-Paket wird dann mit einer Gebühr von 3 Euro belegt. Bei einem T-Shirt für 4,99 Euro ist das ein Aufschlag von 60 %.
Mode wird also teurer – oben wie unten, Marke wie Billigware.
76 % der Modechefs weltweit sagen: Handelsstörungen und steigende Zölle sind das bestimmende Thema für 2026. Nicht Nachhaltigkeit, nicht KI – Zölle.
Was du als Käufer jetzt tun kannst
Panik ist übertrieben. Aber Aufmerksamkeit lohnt sich. Denn in einem Markt, in dem die Preise steigen, wird Preisvergleich zum wichtigsten Werkzeug:
- Preise vergleichen, bevor du kaufst. Dasselbe Produkt kann bei verschiedenen Händlern 20 bis 40 % Preisunterschied haben – besonders bei Markenmode.
- Outlet-Angebote nutzen. Outlets bieten Markenware aus vergangenen Saisons, die von Preiserhöhungen auf neue Kollektionen kaum betroffen ist.
- Zeitpunkte beachten. Der Winterschlussverkauf läuft noch bis Ende Februar. Wer jetzt zuschlagt, kauft zu Preisen, die es so bald nicht mehr geben wird.
- Qualität über Quantität. Lieber ein hochwertiges Teil, das fünf Jahre hält, als fünf billige, die nach drei Wäschen auseinanderfallen.
Das Fazit
Trumps Zollpolitik hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die längst in Europa angekommen ist. Deutsche Marken erhöhen ihre Preise. Die EU verteuert Billigimporte. Und die Konsumenten? Die stehen in der Mitte und zahlen.
Aber genau deshalb wird smarter Einkaufen wichtiger als je zuvor. Wer Preise vergleicht, Angebote nutzt und bewusst kauft, kann auch 2026 gut angezogen sein – ohne dafür mehr auszugeben als nötig.
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